Tipps & Tricks Nr. 153 – Der erdige Körper

Wenn Sie mit mir arbeiten, kommt es oft vor, dass ich einen besonderen Fokus auf das körperliche Erleben lege. Denn sobald Sie Ihren Körper wahrnehmen entsteht eine besondere Klarheit auf allen Ebenen.

Je weniger Sie Ihren Körper wahrnehmen können, desto weniger verankert sind Sie. Es ist dann leicht möglich, von jeder Idee, jedem Zweifel, jedem Gefühl, jeder Vorstellung sozusagen an der Nase herumgeführt zu werden.

Sie erkennen dies daran, dass Sie zum Beispiel immer daran zweifeln, was Sie in sich wahrnehmen; oder dass Sie das Gefühl haben, dass da „nichts ist“; oder dass Sie leicht in Gefühlen versinken. 

In den Körper zu kommen bedeutet dagegen, innezuhalten und einfach nur da zu sein. Dieses Da-Sein ist eines der wichtigsten Mittel im Focusing. Wenn ich zum Beispiel mit meinem Sohn einfach nur da-bin, so kann ich wahrnehmen wie stark die Wirkung ist. Es entsteht sofort fühlbar Sicherheit, Vertrauen, Entspannung und Gleichwürdigkeit. Das gleiche passiert mit Ihren eigenen Anteilen.

Ich nenne dies gerne meinen erdigen Körper. Durch den erdigen Körper wird die Lebensgrundlage für alles andere geschaffen wird, was miteinander möglich ist; es ist eine fühlbare, lebendige Realität.

Im Focusing (und auch in der Körperarbeit und Meditation) habe ich damit oft gearbeitet; es kann intensiv sein, wie erdig der eigene Körper sich anfühlen kann, wie er im Erleben zu Erde wird; wie es sich anfühlt, wirklich eine Grundlage zu haben, und wie es dadurch möglich wird, klar, offen und unvoreingenommen zu sein.

Eine Idee: Versuchen Sie in Ihrem nächsten Focusing den ersten Schritt („Ich nehme mir Zeit in den Körper zu kommen“) einmal ausführlicher zu gehen als Sie es normalerweise tun. Wenn Sie mit einem inneren Anteil arbeiten, nehmen Sie auch Ihren Körper in den Fokus (Sie können Ihr körperliches Da-Sein einfach mal beschreiben) und nehmen Sie wahr, wie es erst durch das Da-Sein im Körper möglich ist, diesen Anteil zu halten und Sicherheit und Vertrauen zu geben.